Kurz erklärt
Die Begriffe
Zwölf Wörter, die im Tantra ständig fallen — und was sie in der Praxis bedeuten.
Achtsamkeit
Achtsamkeit zu üben bedeutet: immer mehr im Augenblick zu sein, den Fokus auf den Moment zu richten und immer weniger Ablenkung zuzulassen. Sie kann zu tiefer Erholung und Zentrierung führen und gehört für mich zu dem, was in dieser schnelllebigen Zeit unbedingt geübt werden sollte.
Absichtslosigkeit
Zu lernen, Dinge auch einmal geschehen zu lassen, ohne sie zu lenken oder zu steuern — die Kontrolle abzugeben und dabei dennoch die vereinbarten Grenzen zu wahren. Eine absichtslose Berührung hat kein Ziel, auf das hingearbeitet wird; innerhalb des vorher vereinbarten Rahmens ergibt sie sich von selbst.
Atemübungen
Ein zentrales Element, in den verschiedensten Formen. Allen gemeinsam ist der Fokus auf der Steuerung und Nutzung des Atems. Das kann den Erholungszustand und das Energieniveau tiefgreifend verändern.
Berührungskunst
Zu lernen, wie man selbst und wie das Gegenüber berührt werden möchte — und das zu üben und zu vervollkommnen.
Begegnungskunst
Anderen Menschen mit einer inneren Haltung von Respekt, Aufrichtigkeit und Wohlwollen zu begegnen und dabei bei sich zu bleiben: die eigenen Grenzen immer besser zu kennen, sie zu kommunizieren und auf sich selbst zu achten — etwa auch dann vernünftig weiterzuatmen, wenn andere Menschen nah sind.
Grenzen
Die eigenen Grenzen immer mehr zu erkennen und zu lernen, sie klar und freundlich zu kommunizieren. Ebenso, die Grenzen des Gegenübers zu erfassen — etwa durch Nachfragen — und sie zu respektieren. Für Übergriffe ist im Tantra kein Raum.
Körperübungen
Mit Yogaübungen gelenkig bleiben, Sitztechniken erlernen, die Energie im Körper fließen lassen.
Kommunikation auf Augenhöhe
In der Kommunikation bei sich zu bleiben: statt anzuklagen von den eigenen Bedürfnissen, Grenzen und Wünschen zu sprechen, aktiv zuzuhören, was das Gegenüber vermittelt, sich wünscht und braucht — und verschiedene Sichtweisen nebeneinander stehen lassen zu können.
Massagetechniken
Sich gegenseitig mit achtsamen, angenehmen Berührungen zu erfreuen, die Energie damit zum Fließen zu bringen und Körper und Seele tief zu nähren. Es gibt vielfältige Techniken, jede mit eigenem Reiz und Zweck.
Meditation
Tantra kennt viele verschiedene Meditationsformen, die regelmäßig geübt werden. Ihr Zweck ist die Schulung von Geist und Körper.
Respekt
Sich selbst und anderen mit einer Haltung von Achtung und Wertschätzung zu begegnen. Dazu gehört die Achtung vor den Bedürfnissen, Grenzen und Wünschen des Gegenübers — im weiteren Sinne auch der Respekt vor der Schöpfung.
Tanz und Bewegung
Wird im Tantra gern genutzt und gelehrt: um den Körper sanft zu trainieren, gelenkig zu bleiben oder zu werden und um mit anderen Übenden in Begegnung zu kommen.